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Mitarbeiterführung – so zeigen Sie als Führungskraft dass Ihnen der Mitarbeiter wichtig ist

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Mitarbeiterführung – So zeigen Sie dem Mitarbeiter, dass er Ihnen wichtig ist – ein Element wertschätzender Führung

Im Grunde ist Mitarbeiterführung doch ganz einfach – oder? Menschen möchten gesehen werden und das Gefühl haben, dass sie und ihre Arbeit bedeutsam bzw. wichtig sind. Dies steigert das Selbstwertgefühl und den Spaß an der Arbeit.

Es ist eine elementare Basis für die Mitarbeitermotivation. Und ein Kernpunkt wertschätzender Führung. Doch leider wird genau das von sehr vielen Führungskräften nach wie vor sträflich vernachlässigt.

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie gerade Führungskräte einem Mitarbeiter  zeigen können, dass er “wertvoll” ist. Und ich spreche jetzt nicht von Geld oder irgendwelchen geldlichen “Incentives”. Hier geht es um Beziehungen, gute Beziehungen. Erfahren Sie im Artikel, was Sie tun können.

Zwei direkt umsetzbare und einfache Möglichkeiten

Zwei direkt umsetzbare und zugleich einfache Möglichkeiten im Rahmen der Mitarbeiterführung sind:

  1. Das “Sehen” trainieren
  2. Interesse zu zeigen

Warum sind diese beiden Möglichkeiten so mächtig?

Beides dient dazu, dem Mitarbeiter das Gefühl zu geben, “gesehen” bzw. wahrgenommen zu werden – im positivsten Sinne. Und dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für das Wohlbefinden des Mitarbeiters und die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Führungskraft förderlich.

Schauen wir uns also die beiden Möglichkeiten etwas genauer an – und außerdem 6 Tipps dazu.

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Möglichkeit #1: Wie Sie als Führungskraft “Sehen” trainieren – Tipps 1 bis 4

Mitarbeitermotivation durch das Gefühl des “Gesehen-Werdens”.

Warum müssen viele Führungskräfte “Sehen” trainieren? Was soll das denn überhaupt sein?

Wenn Menschen (also auch Mitarbeiter) “gesehen” werden wollen, dann müssen Führungskräfte “sehen” können.

Klingt einfach. Ist es aber ganz und gar nicht. Denn leider haben viele Führungskräfte bei ihrer Mitarbeiterführung nach wie vor nur die “Funktionsbrille” auf:

  • Hauptsache der Mitarbeiter funktioniert und liefert.
  • Dann ist alles gut.
  • Führung kann doch so einfach sein …

Dies stelle bei meiner Arbeit mit den Führungskräften immer wieder fest. Sie beschäftigten sich im täglichen betrieblichen Alltag viel zu wenig mit den Mitarbeitern als Mensch und ihren menschlichen Qualitäten, Wünschen und Bedürfnissen.

Die Kunst einer aus meiner Sicht gelingenden Mitarbeiterführung ist nun, sich davon zu lösen und insoweit “über den Tellerrand” zu blicken. Und zwar nicht nur, weil es gerade “schick” ist oder es sie beruflich weiterbringt, auch mal mehr zu loben. Sondern weil sie echtes Interesse haben.

Die meisten Mitarbeiter kommen nicht einfach nur wegen des Geldes zur Arbeit, auch wenn dies viele Führungskräfte nach wie vor glauben.

Genau an einer solchen Einstellungsänderung setzt wertschätzende Führung an. An der Bereitschaft, den Mitarbeiter einmal durch eine andere Brille zu sehen.

Die Kür wertschätzender Führung ist dabei dann auch zu sehen, was Sie oder andere bislang bei einem Menschen auf den ersten Blick möglicherweise nicht sehen.

Was ist dafür notwendig?

Dafür müssen sich Führungskräfte – eingehender als sonst wahrscheinlich üblich – mit dem Mitarbeiter beschäftigen.

Wie kann ich als Führungskraft das “Sehen” in der Mitarbeiterführung praktisch umsetzen?

Dazu ein pragmatischer Vorschlag (und zugleich Tipp Nr.1):

Gehen Sie doch einmal Ihre Mitarbeiter einzeln durch und halten für sich fest (ja, bitte aufschreiben und nicht nur mit den Augen rollen – Ihnen liegt doch etwas am Mitarbeiter, oder …):

  • An dem Mitarbeiter X schätze ich am meisten, dass er/sie …
  • Er/Sie hat folgende Stärken …. (bitte nicht nur fachliche betrachten!)
  • Er ist excellent in ../kann besonders gut …
  • An der Zusammenarbeit mit ihm/ihr finde ich besonders gut …
  • Für mich/für unser Team/für unseren Bereich ist er wichtig, weil …
  • Ich bin stolz, dass er/sie bei uns im Team ist, weil ….

Tipp Nr.2 :

Machen Sie dies vor allem auch für Mitarbeiter, die Ihnen eigentlich unsympathisch sind.

Denn diese liegen meist abgestempelt in einer Schublade. Einer Schublade, die ihnen als Führungskraft den Blick für andere Qualitäten des Mitarbeiter verengt. Einer Schublade, in der der Mitarbeiter sonst auf ewige Zeit versauern wird.

Machen Sie dies aber unbedingt auch für die Mitarbeiter, die Ihnen sowieso schon ganz besonders am Herzen liegen, denn hier neigen viele Führungskräfte dazu, sie als selbstverständlich hinzunehmen.

Leute – NICHTS ist selbstverständlich, was ein Mitarbeiter tut.

Das klingt nach Arbeit. Ja, es ist (etwas) Arbeit. Außerdem kostet es Zeit. Und Ihre Zeit ist kostbar. Da kann ich nur sagen: Es ist Ihre Entscheidung. Vielleicht hilft Ihnen ja nachfolgende Überlegung.

Was bringt so eine “Sehen-Übung” für die Mitarbeiterführung und das Führungsverständnis?

Sie werden merken, dass durch die wiederholte Durchführung dieser kleinen Übung (bzw. das “Zur-Hand-Nehmen” der Ergebnisse der Übung) Ihre Aufmerksamkeit mit der Zeit und zunächst auch unbewusst in Richtung dieser neuen (menschlichen) Aspekte gelenkt wird.

Sie werden den Mitarbeiter mit anderen Augen sehen und sich dementsprechend anders ihm gegenüber verhalten.

Und dann besteht eine gute Chance, dass der Mitarbeiter ein “besseres” Gefühl auch Ihnen gebenüber hat oder entwickelt. Und die Folge? Die Beziehungsqualität verbessert sich.

Ein einfacher Schritt und Baustein, um wertschätzend zu führen.

Wie kann man das “Sehen” in der Mitarbeiterführung weiter “ausbauen”?

Auch das ist ganz einfach. Nun, da sie sich schon die Mühe gemacht haben, sich intensiver mit dem Mitarbeiter zu beschäftigen, ist der nächste Schritt ganz logisch.

Das i-Tüpfelchen ist (und damit Tipp Nr.3), wenn Sie Ihrem Mitarbeiter dann auch einmal tatsächlich SAGEN, was Sie an ihm schätzen oder warum Sie stolz darauf sind, ihn/sie in Ihrem Team zu haben (und dies vielleicht nicht nur rein fachlich), zum Beispiel im Rahmen des nächsten Mitarbeitergesprächs. Gerne (und unbedingt) aber auch einmal außerhalb solcher förmlichen Gespräche.

Das kann einfach über die Lippen kommen: “Was ich Ihnen unbedingt/immer schon einmal sagen wollte. Ich bin so stolz, dass Sie bei uns im Team sind …. / Ich möchte mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie ….. “.

Und wenn Ihnen das noch nicht reicht, um des praktisch umzusetzen – dann versuchen Sie es mit einem Perspektivenwechsel (dies ist dann Tipp Nr.4)

  • Stellen Sie sich einfach einmal vor, Ihr Chef würde so etwas zu Ihnen sagen.
  • Wie würden Sie sich fühlen?
  • Was würde das mit Ihrer Motivation machen?
  • Sehen Sie …

Reflektionsfragen als wirksame Methode für eine “bessere” Führung

Die Praxis zeigt, dass die Nutzung von Reflektionsfragen eine hochwirksame Methode auf dem Weg zu einer besseren oder nennen wir es einfach mitarbeiterorientierteren Führung ist.

Meine Empfehlung ist daher, dass Sie ich als Führungskraft ein Set solcher Leitfragen bzw. Reflektionsfragen zusammenstellen und für die tägliche (und falls Ihnen das zu viel ist) wenigstens die wöchentliche Kurz-Reflektion nutzen.

Durch diese Regelmäßigkeit ändern Sie Ihren Fokus, Ihre Sicht auf die Dinge und die Mitarbeiter. Ihr Gehirn “lernt”, dass Ihnen diese Aspekte wichtig sind und wird Sie daher (unterbewusst) positiv lenken. So trainieren Sie eine “bessere”, menschenorientiertere Führung, ohne das Gefühl zu haben, wirklich lästigerweise etwas trainieren zu müssen. 

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Kommen wir nun zur zweiten Möglichkeit.

Möglichkeit #2: Wie Sie als Führungskraft dem Mitarbeiter zeigen, dass Sie sich für ihn interessieren – Tipps 5 und 6

Mitarbeitermotivation, durch das Gefühl wahrgenommen zu werden.

Man kann das Ganze auf einen einfachen Nenner bringen. Sie zeigen dem Mitarbeiter, dass Sie sich für ihn interessieren schlicht und ergreifend dadurch, dass Sie wissen, was der andere macht oder ihn bewegt.

Insbesondere solches Wissen wünschen sich Mitarbeiter von ihrem Vorgesetzten. Nach einer repräsentativen Umfrage, die von Oracle gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact im Juli 2012 in Deutschland durchgeführt wurde,

  • meinen 49 % der Befragten, dass ihr Chef nichts über Ihre Karriereziele weiß
  • 30 % nehmen an, dass der Vorgesetzte nicht weiß, wie viele Stunden sie täglich in die Arbeit investieren und
  • 22 % glauben, dass der Vorgesetzte ihre Leistungen im Job nicht kennt.

Der Hauptgrund für dieses mangelnde Wissen wird mit 46 % in der fehlenden Zeit des Vorgesetzten gesehen, 20 % sehen ihn darin, dass der Vorgesetzte sich nicht für sie interessiert. Zudem glauben 23 % der Befragten, dass der Vorgesetzte ihre Stärken nicht kennt.

Ist fehlende Zeit ein guter Entschuldigungsgrund bei der Mitarbeiterführung?

Das Wissen, was der andere (gerade) macht, ist enorm wichtig für das Geben von Wertschätzung und damit auch wichtig für die wertschätzende Führung. Und auch anders herum, als Mitarbeiter das Gefühl zu haben, dass sich die Führungskraft (wirklich) für einen interessiert und sieht, was man leistet, ist m.E. unbezahlbar.

Dies beinhaltet auch zu wissen, was den Kollegen, Mitarbeiter (oder auch den Chef) gerade bewegt, oder seine Vorgeschichte zu kennen.

Wie kann ich das als Führungskraft im Rahmen meiner Mitarbeiterführung ganz einfach umsetzen?

Zum einen durch das “Sehen trainieren” (siehe oben).

Und zum anderen z.B. (dies ist Tipp Nr.5 .”Wissen”): Wissen Sie und vor allem behalten Sie persönliche Details, die Ihnen Ihr Kollege, Mitarbeiter oder Chef in einem persönlichen Gespräch einmal erzählt hat. Beispielsweise Familienstand, Anzahl, Alter und Namen der Kinder, was die Ehefrau macht, Umzugspläne, Hausbau oder Hauskaufpläne, Familienfeiern, beliebte Urlaubsorte, Hobbys, Lieblingsrestaurants, bevorzugte Musik etc.

Warum so ein Aufwand, fragen Sie sich jetzt?

Ganz einfach:

  • Wenn jemand Ihnen etwas Persönliches erzählt, dann zeigt dies, dass es ihm wichtig ist, denn sonst würde er diese Information nicht mit Ihnen teilen.
  • Und jetzt kommt der entscheidende zweite Schritt: wenn es ihm wichtig ist, dann sollte es Ihnen auch wichtig sein, dies zu behalten und u. U. auch einmal nachzufragen (Tipp Nr.6 – Wissen kundtun). Ein einfaches Beispiel als Gedächtnisanker: “Sie hatten doch zuletzt erzählt, dass Sie … Was ist denn daraus geworden? Wie ist das denn weitergangen?”

Nachfragen zeugt von Interesse. Und ist ebenfalls ein wichtiger Teil des „Sehen lernens“. Echtes und ehrliches Interesse am Mitarbeiter ist Kernelement wertschätzender Führung und eine weitere Basis der Mitarbeitermotivation.

  • Wer sich ernsthaft wahrgenommen fühlt, wer weiß, dass seine Leistung gesehen wird,
  • Wer regelmäßig konstruktives Feedback bekommt usw., der bleibt motiviert.

Ganz wichtig: es geht im Grunde nicht darum, Mitarbeiter zu motivieren, sondern primär die vorhandene Motivation zu erhalten. Interesse und „Gesehen werden“ spielen dafür eine wichtige Rolle.

So können Sie dem Mitarbeiter auf einfache Weise zeigen, dass er Ihnen wichtig ist.

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